| Lernen und Lehren |
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Das Fundament für das Lehren und Lernen an der Heinrich-Albertz-Schule ist der beschriebene Bildungsbegriff. Das heißt, dass bei der Auswahl der Unterrichtsinhalte (Was?) immer die Frage des „Warum?“ mitschwingt. Was bringt es dem Kind, inwiefern dient es der Entwicklung seiner Person, ist es lebensförderlich?
Die jedem gesunden Menschen innewohnende Neugier (der Wunsch nach Neuem) und der ureigenste Zweck des menschlichen Gehirns, nämlich zu lernen, nennen die zweite Voraussetzung für Unterrichtsinhalte, den Neuigkeitswert. Damit Gelerntes dauerhaft im Gehirn verankert werden kann, muss es mit Vorwissen verknüpft werden können (Scheunenpflug 2006 [7]). Daher wird der Unterricht einerseits die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Kinder und die individuellen Arten des Lernens berücksichtigen, andererseits auch jedem Kind die Befriedigung über etwas Geschafftes oder Geleistetes (Erfolgserlebnisse) ermöglichen, um es so zu weiteren Anstrengungen zu motivieren. Gewährleistet wird dies insbesondere durch die tägliche „Freie Stillarbeit“ zu Beginn des Tages, in der in von den Lehrkräften vorbereiteten Lernumgebungen – s.a. Montessori: Hilf mir, es selbst zu tun (Esser & Wilde 2007 [8]) – nach eigenem Interesse, Leistungsvermögen und auf das individuell gestellte Ziel hin gearbeitet werden kann. Diese Phase des Tages bietet zudem die Möglichkeit, die sog. Basistechniken wie Lesen, Schreiben, Rechnen vertiefend zu üben bzw. weiter zu entwickeln. Persönliche Wochenpläne und die Arbeit mit dem Schulportfolio – einer individuellen Sammelmappe – unterstützen diese Tätigkeiten. Im anschließenden „vernetzten Unterricht“ nach dem Vorbild des ‚Marchtaler Plans‘ (Stiftung Katholische Freie Schule [9]) treten Sachen und Personen miteinander in Beziehung. Dieser Unterricht wird durch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Fächer gestaltet und berücksichtigt dabei insbesondere die religiöse, personale und soziale Dimension eines jeden Unterrichtsthemas. Schwerpunkte bilden neben der Wissenserweiterung das altersgemäße selbstständige Handeln, die Förderung der Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, die Entwicklung von Lernstrategien und das Erlernen konkreter Lern- und Arbeitstechniken. Dem Lernen mit allen Sinnen kommen die handwerklich-technischen und die musisch-ästhetischen Bereiche einer jeden vernetzten Unterrichtseinheit entgegen. In ergänzenden Projekten lernen die Kinder über das Schuljahr verteilt Schritt für Schritt, Arbeitsvorhaben zu planen, durchzuführen und auszuwerten; sie lernen außerschulische Lernorte im Bereich Kirche, Gemeinde, Diakonie, aber auch in Wirtschaft und anderen Bildungseinrichtungen kennen. Gemeinsam ist allen Unterrichtsinhalten der enge Bezug zur Lebenswelt des Kindes. Der Erwerb einer ausgeprägten Sozialkompetenz gehört zu den großen Anliegen dieser Schule. Dieses Ziel wird durch viel Raum für Kommunikation (s. Unterricht) und Möglichkeiten der Verantwortungsübernahme in der Lerngruppe (Klassenrat, Klassendienste, Klassenregeln, gemeinsames Frühstück, gemeinsames Mittagessen) und der Schule (Mediation und Streitschlichtung, Faustlos) erarbeitet werden. Maßgeblichen Anteil an einer erhöhten Effektivität in diesem Bereich und im Bereich des Lernens in dieser Schule überhaupt haben die jahrgangsübergreifenden Lerngruppen von 1 bis 4 nach dem Jena-Plan (Petersen 2001 [10]). 6 Was bewegt Menschen zum Lernen?, Andreas Krapp in: „Lernen“, Friedrich-Verlag 2006, S. 31f. 7 nach: Gefühle als Helfer, Annette Scheunenpflug in: „Lernen“, Friedrich-Verlag 2006, S. 36 8 Montessori-Schulen. Barbara Esser, Christiane Wilde. Rowohlt 2007, S. 44 9 Marchtaler Plan. Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart, S. 15 ff 10 Der kleine Jena-Plan. Peter Petersen, Beltz 2001 |
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