Der Bildungsbegriff
Eine umfassende Bildung beinhaltet zunächst die Kenntnis von gespeicherten, abrufbaren Informationen („Wer wird Millionär?“ u.a.).
Das Überdenken, Bewerten, Modifizieren und in Zusammenhangstellen von Informationen führt zu Wissen.
Parallel entwickeln sich Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompetenzen, die man mit Können beschreiben kann.
All dies mündet in verantwortliches Handeln.
Kenntnis, Wissen, Können und verantwortliches Handeln bleiben jedoch hohl, wenn nicht die wichtigste Bedeutung von Bildung, nämlich die eines Entwicklungsprozesses des sich bildenden Menschen, dem Ganzen einen Sinn gibt.
Daher sollen Bildungsangebote beiden Kriterien genügen, nämlich die ‚Sache zu klären und den Menschen zu stärken‘ (1) oder anders ausgedrückt: Bildung und Erziehung sind miteinander verflochten.
Und gerade bei der Frage nach dem Sinn, nach dem woher und wohin spielt die religiöse Dimension von Bildung eine wesentliche Rolle. Aus „christlicher Sicht gehört zum Menschsein konstitutiv der Bezug auf Gott“ (2)
 
Bildung meint den Zusammenhang von Lernen, Wissen, Können, Wertbewusstsein und Handeln im Horizont sinnstiftender Lebensdeutungen (3).

1 Bildung. Hartmut von Hentig. Beltz 1999, S. 55
2 Maße des Menschlichen. Denkschrift der EKD. Gütersloh 2003, S. 87
3 Maße des Menschlichen. Denkschrift der EKD. Gütersloh 2003, S. 90